Seite auswählen

Jede Woche geben wir euch einen Einblick in die Neustarts der Woche in Kino und TV.
Viel Spaß beim Anschauen!

Neu im Kino!

Wenn ihr euch dieses Wochenende „A Quiet Place“ anseht (und ich hoffe, das ihr das tut!!), dann esst lieber vor dem Kino etwas und verzichtet auf das Popcorn. Denn ich garantiere euch, auch der Kinosaal wird für 90 Minuten zu einem quiet place; und das zurecht. In meiner Vorstellung von „A Quiet Place“ konnte man zum Teil richtig spüren, wie die Zuschauer den Atem anhielten, um ja kein Geräusch zu machen. Warum das so war, findet ihr hier heraus.

In naher Zukunft ist die Menschheit beinahe ausgelöscht. Kreaturen unbekannten Ursprungs sind auf der Erde eingefallen und töten alles und jeden, der ein Geräusch macht. Über ein Jahr nach der Invasion schlägt sich eine Familie in ihrem Haus auf dem Land durch den Alltag – immer darauf aus, ja keine Geräusche zu machen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und plötzlich ist niemand mehr sicher…

Ihr merkt, ich versuche, in der Inhaltsangabe nicht zu viel zu verraten – denn „A Quiet Place“ ist voller Drehungen und Wendungen, die man besser erst im Kino erlebt. Aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass der Film von vorne bis hinten ein Volltreffer auf allen Ebenen ist! Fangen wir beim Sound an. Über weite Strecken des Films wird kein Wort gesprochen, denn Geräusche bedeuten den Tod. Die Figuren unterhalten sich viel mehr mit Blicken und Zeichensprache. Auch Musik gibt es nicht oft. Durch dieses Element ist selbst in den entspannteren Momenten immer eine Grundanspannung gegeben – und wenn es dann plötzlich Geräusche gibt, ist man als Zuschauer dem Schrecken viel mehr ausgeliefert als in anderen gängigen Horrorfilmen. Dazu wird die Spannungskurve besonders in der zweiten Hälfte mächtig angezogen und erlaubt dem Zuschauer kaum einen Moment zum Durchatmen. Auch die Schockeffekte sind oft unerwartet und immer verdient, man hat nie das Gefühl, einfach so erschreckt zu werden, sondern es ist wichtig für die Story. Apropos Story – die Geschichte und die Charaktere gehen außergewöhnlich tief und weit für einen Horrorfilm. Obwohl die Idee recht simpel ist, wird viel aus den Konflikten innerhalb der Familie, einigen Alltagsgegenständen (Nagel!) und der Umgebung herausgeholt. Die Schauspieler machen alle einen großartigen Job, besonders Emily Blunt als Mutter hat eine sehr lange Szene, in der man ihren Schmerz als Zuschauer selber fühlen kann. Außerdem geht der Film nicht zimperlich mit seinen Figuren um, sodass ich über lange Strecken überlegt habe, wer wohl bis zum Ende überlebt. Die Monster, die man über lange Zeit gar nicht wirklich sehen kann, sind kreativ gestaltet und machen kurzen Prozess, wenn sie jemanden erwischen. Dabei wird es aber nie übermäßig brutal oder ekelhaft, der Horror spielt sich viel mehr im Kopf ab.
Ich kann also gar nicht genug Positives über „A Quiet Place“ sagen. Den Film sollte niemand verpassen. Brilliant gemacht, gut durchdacht und zum Sterben spannend, so soll gutes Horrorkino sein.

„A Quiet Place“ ist ab 16 Jahren freigegeben, dauert 90 Minuten und startet am Donnerstag in den Kinos.

„A Quiet Place“ hat vor einigen Wochen seine Premiere beim South By Southwest-Filmfestival (kurz SXSW) gemacht und dort hohe Wellen geschlagen. Aber auch ein zweiter Film kam mit einer Menge guter Kritiken aus dem Festival und konnte am vergangenen Wochenende einen erfolgreichen Start in den USA verzeichnen. Die Rede ist von „Der Sex-Pakt“. Kein spannender Titel, aber nach allem, was man so hört, ein verdammt lustiger und kreativer Film.

Julie, Kayla und Sam sind schon seit Jahren beste Freundinnen und haben in der High-School einen Pakt geschlossen: In der Nacht des Abschlussballs wollen sie alle ihre Jungfräulichkeit verlieren. Was für die Mädchen keine große Sache ist, wird für ihre Eltern zum Albtraum. Als Julies Single-Mutter Lisa, Kaylas emotional labiler Vater Mitchel und Sams geschiedener Vater Hunter von dem Vorhaben mitbekommen, starten sie eine schlecht geplante Notfallaktion, um die Jungfräulichkeit ihrer Töchter zu „retten“…

Bei SXSW wurde besonders hervorgehoben, dass „Der Sex-Pakt“ eine in Komödien nicht unübliche Prämisse nimmt und aus einer frischen Perspektive behandelt. In Filmen wie „American Pie“ und Co. geht’s oft um das Verlieren der Jungfräulichkeit – aber da stehen für gewöhnlich die Typen im Fokus und da ist das kein so großes Ding. „Der Sex-Pakt“ wurde jedoch von Kay Cannon inszeniert, der Autorin der Pitch Perfect-Reihe, die den begeisterten Kritiken nach (der Film hat über 80% beim Kritikensammler Rotten Tomatoes), frischen Wind in das Genre bringt. Hier wird dem typischen Männer- und Frauenbild der Spiegel vorgehalten und auch kritisch darauf eingegangen, dass es in der Gesellschaft Doppelstandards gibt – aber immer mit Augenzwinkern und ohne erhobenen Zeigefinger. Dass mit Leslie Mann, Wrestler John Cena und Ike Barinholtz auch noch drei hervorragende Comedians  als Eltern dabei sind, ist ein weiterer Glücksfall. Die Drei haben sich schon vielmals bewiesen und kein Problem damit, über sich selber zu lachen. Das sieht man ebenfalls schon im Trailer, als Mitchel sich beispielsweise einen Schlauch in den Hintern stecken muss, um kurz darauf auf sehr amüsante Art vor der Polizei zu fliehen.
Auch, wenn ich den Film noch nicht sehen konnte – der Trailer sorgt bereits für gute Laune und ich kann es kaum erwarten, das ganze Ding zu sehen.

„Der Sex-Pakt“ dauert 102 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und startet am 12.04. in den Kinos.

Neu im TV!

Und weiter geht’s beim Streaming-Giganten Netflix, wo im Wochentakt Serien rausgehauen werden. Diese Woche reden wir über „Lost in Space“, welche tatsächlich ein Remake ist. Das originale „Lost in Space“ lief in den USA in den 60er Jahren für drei glorreiche Staffeln. Wie in den alten „Raumschiff Enterprise“-Folgen kann man sich, wenn man das jetzt guckt, an handgemachten Sets, lustigen Kostümen und sagen wir mal altmodischen Effekten erfreuen. Da das jetzt aber nicht mehr allzu ansehnlich ist und ja alles neu aufgelegt wird, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, werden die Abenteuer der Familie Robinson mit einem ordentlichen Budget in eine neue Staffel geschickt.

Im Jahr 2046 sind Reisen zwischen verschiedenen Planeten keine Seltenheit mehr. Auch die Familie Robinson ist interstellar unterwegs. Doch dann geraten sie mit ihrem Schiff, der Jupiter 2 in einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge und landen Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt auf einem fremden Planeten. Hier müssen sie und einige andere Gestrandete nicht nur mit der neuen Umgebung, sondern auch ihren eigenen Dämonen kämpfen, wenn sie wieder entkommen wollen…

Wenn man sich den Trailer zu „Lost in Space“ ansieht, wähnt man sich fast in einem Blockbuster. Es ist unglaublich, wie gut die Effekte (ganz im gegenteil zum Original) geworden sind. Ob es der Absturz des Raumschiffes, die spektakuläre Landschaft oder ein mysteriöser Roboter, dem die Familie begegnet, ist – all das sieht richtig teuer aus.
Die Charaktere und die Story scheinen dafür im Trailer nicht so spannend oder durchdacht. Ob man sich im Laufe der Staffel aber doch noch mit der Familie identifizieren lernt und bei ihren Abenteuern mitfiebern kann, wird sich bald zeigen. Aber es ist doch schön zu sehen, dass auch in Serien versucht wird, noch nie Gesehenes zu schaffen, ohne es billig wirken zu lassen.
Als Regisseur ist zudem Neil Marshall an Bord, der in der Vergangenheit schon in Serien wie „Game Of Thrones“ und „Westworld“ bewiesen hat, dass er viel aus dem Serienbudget herausholen kann. Die Voraussetzungen sind also gut.

Die 10 Folgen von „Lost in Space“ sind ab dem 13. April auf Netflix zu sehen.