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Jede Woche geben wir euch einen Einblick in die Neustarts der Woche in Kino und TV.
Viel Spaß beim Anschauen!

Neu im Kino!

Für mich ist Jella Haase die Gewinnerin aus der „Fack Ju Göthe“-Reihe. Mit ihrer Natürlichkeit und ihrem Charme hat sie es geschafft, etwas Herz in diese doch recht prolligen Filme zu bringen. Ihre Chantal ist mittlerweile fest in der Popkultur verankert und somit ist es nur gerecht, dass Jella Haase sich jetzt als Hauptrolle in ihrem ersten großen Kinofilm beweisen darf. Und ihre Präsenz sorgt bereits im Trailer dafür, dass „Vielmachglas“ deutlich interessanter wirkt als viele vergleichbare deutsche Komödien.

Marleen hat Stress mit ihrer Familie. Während ihr Bruder auf der ganzen Welt Abenteuer erlebt, jobbt sie in einem Kino und möchte noch nicht studieren. Nach einem tragischen Ereignis hat sie die Nase voll, packt ihre Sachen und macht sich auf in die Welt. Wohin? Das weiß sie nicht. Aber auf ihrer Reise mit dem Fotografen Ben und der YouTuberin Zoë stolpert sie von einem Abenteuer ins nächste und lernt einige wichtige Dinge über sich selbst…

Ja, die Prämisse des Films klingt nicht nach einer Offenbarung und „Vielmachglas“ hat die typischen Merkmale einer deutschen Komödie: Den Til-Schweiger-Sepialook, einen poppigen Soundtrack und Matthias Schweighöfer (er spielt Marleens Bruder und hat einen seeeehr anderen Look als sonst 😉 )
Aber dazu kommen unter anderem die Roadtrip-Elemente und, noch einmal, die Präsenz von Jella Haase, die es zumindest im Trailer schafft, eine sympathische und realistische Figur zu schaffen. Jeder hat sich mal gefühlt wie Marleen – ohne richtigen Plan und mit viel Reiselust. Wohin die Reise führt und was es mit dem mysteriösen Vielmachglas denn auf sich hat, das Marleen von ihrem Bruder geschenkt bekommt, können wir ab Donnerstag herausfinden.

„Vielmachglas“ ist ab 6 Jahren freigegeben, dauert 89 Minuten und startet am 08.03. in den deutschen Kinos.

Neu im TV!

Wusstet ihr, was für ein Tag der 08.03. ist? Die Leute bei Netflix wussten es jedenfalls. Denn bei dem Streaming-Giganten startet pünktlich zu diesem Datum die langerwartete zweite Staffel von „Jessica Jones“. Am 08.03. ist der Internationale Frauentag und Netflix hat keine Mühen gescheut, um die Serie damit in Einklang zu bringen. Neben dem Offensichtlichen (einer weiblichen Superheldin) wurden alle Folgen von Frauen inszeniert und die weiblichen Nebenfiguren in den Trailern weiter in den Fokus gerückt. Ob die Serie zu all diesem Aufwand auch noch gut ist, können wir schon bald herausfinden.

Nach den Ereignissen der ersten Staffel und den „Defenders“ macht sich Jessica Jones an einen neuen Fall. Doch um diesen lösen zu können, muss sie tief in ihre eigene Vergangenheit eintauchen. Und dort lauert nicht nur eine tragische Geschichte sondern auch ihr alter Widersacher Kilgrave…

Über die genaue Handlung der Staffel wurde ein Tuch des Schweigens gebreitet, denn da Jessica eine Detektivin ist, ist diese voller Wendungen und sollte ohne zu viel Vorwissen erkundet werden. Fest steht aber, dass Krysten Ritter als saufende, sprücheklopfende Agentin mit Wutproblemen zurück ist – und sie ist einfach die Idealbesetzung für Jessica Jones. Sie macht die Figur stark, zynisch, charismatisch und auch verwundbar, wenn es sein muss. Zudem setzt sich die Serie durch offen angesprochene Problematiken wie Alkoholmissbrauch, Gewalt und Sexualität auch klar von den derzeitigen Superhelden-Filmen ab und bietet mit ihrem düsteren Look eine willkommene Abwechslung. Auch die Nebencharaktere haben in der ersten Staffel viel Spaß gemacht und auch Bösewicht Kilgrave schaut wieder vorbei – wenn auch wohl erst später in der Staffel.
Die ersten Kritiken sind zwar nicht ganz so euphorisch wie in der ersten Staffel, aber immer noch durchweg positiv. Man kann sich also auf die neuen Abenteuer dieser recht unkonventionellen Superheldin freuen.

Die zweite Staffel von „Jessica Jones“ umfasst 13 Folgen und startet am Donnerstag bei Netflix.

Jetzt kommen wir zum größten Neustart der Woche. Als der Trailer für Alex Garlands „Auslöschung“ im letzten Herbst veröffentlicht wurde, war die Vorfreude und Aufregung groß. Denn Garland hat vor einigen Jahren mit „EX_MACHINA“ einen der besten Science-Fiction-Filme geschaffen und auch seine zahlreichen Drehbücher sorgten in der Vergangenheit beinahe immer für sehr gute Filme. Zudem basiert „Auslöschung“ auf einem hochgelobten Roman (auch, wenn er mich ehrlich gesagt nicht besonders zugesagt hat) und hat einen beeindruckenden Cast.
Doch dann die Ernüchterung: Das Studio Paramount bekam nach schlechten Testvorführungen kalte Füße. Da der Film bei einem Mainstream-Testpublikum nicht allzu gut wegkam, wurden umfassende Änderungen angeordnet. Garland weigerte sich, das Ende positiver und die von Natalie Portman gespielte Hauptfigur sympathischer zu gestalten. Und als Konsequenz wurde der Kinostart in großen Teilen der Welt gestrichen und der Film wird jetzt auf Netflix veröffentlicht. Das ist natürlich schade, denn der Film wurde für die große Leinwand gemacht und kann mit tollen Spezialeffekten und Kameraufnahmen punkten, aber ich bin einfach froh, den Film endlich sehen zu können. Denn bei so viel Potenzial und den herausragenden Kritiken – was soll da schief gehen?

Seit Jahren breitet sich die mysteriöse Area X an der Küste der USA aus. Ein unerklärlicher Dschungel, in der die Naturgesetze nicht zu gelten scheinen. Wissenschaftler versuchen, diese Grünfläche zu erkunden, in der nichts ist, wie es scheint. Alle bisherigen Touren sind gescheitert. Nur der Soldat Kane kam bisher zurück und ist seitdem nicht mehr der selbe. Nun startet eine neue Expedition, und Kanes Ehefrau Lena schließt sich ihr an. Die Frauen, angeführt von Leiterin Dr. Ventress, sollen das Gebiet kartographieren. Doch nicht nur das mysteriöse Gelände, auch die Geheimnisse der Frauen untereinander, bringen die Mission in Gefahr…

Um das klarzustellen: „Auslöschung“ kam bei der Veröffentlichung in den USA tatsächlich nicht gut bei Zuschauern weg, wurde von Kritikern aber gefeiert. Man muss sich also auf einen sehr ungewöhnliche, ambitionierten Film einstellen und nicht auf ein klassisches Science-Fiction-Actionspektakel. „Auslöschung“ ist allem Anschein nach ein sehr düsterer und bedrückender Film, der nicht unbedingt auf ein klassisches Happy-End herauslaufen muss.
Aber bei Alex Garland muss man das auch nicht erwartet. Bereits „EX_MACHINA“ endete auf einer bedrückenden Note und ich bin einfach gespannt, was Garland aus seinem größeren Budget alles herausholt. Alleine visuell ist der Film einfach ein Fest. Und dass mit Natalie Portman, Oscar Isaac, Jennifer Jason Leigh und Tessa Thompson einige der talentiertesten Schauspieler, die momentan arbeiten, beteiligt sind, schadet auch nicht.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, herauszufinden, was es mit Area X auf sich hat und was unsere Helden alles erwartet. Denn neben den wunderschönen Naturaufnahmen verspricht der Trailer auch handfeste Action, ein spannendes Mysterium und einige heftige Horrorelemente.

„Auslöschung“ dauert 115 Minuten, hat keine Altersfreigabe, aber sollte nicht von einem zu jungen Publikum gesehen werden, und ist ab dem 12.03. bei Netflix zu sehen.