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Jede Woche geben wir euch einen Einblick in die Neustarts der Woche in Kino und TV.
Viel Spaß beim Anschauen!

Neu im Kino!

Dass ich als großer Filmfan vergessen habe, dass mit „Pacific Rim: Uprising“ diese Woche ein potenzieller Blockbuster in den Kinos startet, sollte dem Studio Universal wirklich Angst einjagen. Denn wenn ich den Film nicht auf dem Schirm habe, wie sieht es dann wohl bei den Leuten aus, die nicht mehrmals die Woche ins Kino gehen und jeden Tag mehrere Film-News-Websites besuchen? Das macht den Film zu einem Wagnis, denn das Studio hat über 150 Millionen Dollar in das Spektakel gesteckt, die auch wieder eingespielt werden wollen. Ob „Pacific Rim: Uprising“ doch noch eine Überraschung an den Kinokassen wird, muss sich noch zeigen, aber zumindest ist es der größte Neustart der Woche.

Nach den Ereignissen des ersten Teils glaubten die Menschen, die riesigen Kaiju-Monster für immer von der Erde vertrieben zu haben. Doch plötzlich tut sich eine neue, unerwartete Gefahr auf, die größer ist, als je zuvor. Jake Pentecost, der Sohn des verstorbenen Kriegshelden Stacker, wird in die neue Verteidigungslinie gerufen. Die neuen Soldaten bemannen erneut die Jaeger, riesige, hochtechnisierte Roboter, mit denen die Menschen gegen die Kaijus kämpfen. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel…

Teil 1 wurde damals von Guillermo Del Toro inszeniert, der erst kürzlich sogar zwei Oscars für „Shape Of Water“ gewinnen konnte. Er ist ein talentierter Filmemacher, der die recht sinnfreie Prämisse, riesige Roboter kämpfen gegen riesige Monster, zumindest noch mit seinem eigenen Stil und seiner Ideenvielfalt anreichern konnte. Bei „Uprising“ hat er das Ruder aber nun abgegeben, und das Ergebnis sieht deutlich generischer und glatter aus, als der Vorgänger.
Dennoch erwartet alle Actionfans wahrscheinlich ein extravagantes 3D-Spektakel, das, wenn man es schon sehen will, auf der Leinwand erlebt werden sollte. Denn nur so kommen die zugegeben beeindruckenden Schlachten und visuellen Effekte so richtig zur Geltung. Sicherlich wird „Pacific Rim: Uprising“ keine Offenbarung, aber wer mal für zwei Stunden sein Hirn ausschalten möchte, ist hier sicherlich richtig.

„Pacific Rim: Uprising“ dauert 111 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und startet am 22.03. in 3D in den Kinos.

Ein Kinderfilm, der einen heftigen Shitstorm abbekommt? Wo gibt es den so was? Na hier: Mit „Peter Hase“ kommt die Neuinterpretation eines (zumindest in den USA) beliebten Kinderbuchklassikers in die Kinos. Modern und hip und ganz und gar nicht so, wie in den Büchern. Bereits bei Veröffentlichung des ersten Trailers hagelte es böse Kommentare bis hin zu der Äußerung, dass sich die Autorin Beatrix Potter sicherlich im Grab umdrehe.
Bei der Veröffentlichung des Films gab es aber ordentliche Kritiken und seit seinem Start hat „Peter Hase“ bereits ein beeindruckendes Sümmchen eingespielt. Jetzt können sich auch deutsche Zuschauer ein Bild davon machen.

Der aufgeweckte Peter Hase hält sich nicht gerne an Regeln. Er treibt tagein tagaus seine Späße und bringt den Besitzer des Gartens, in dem er lebt, Mr. McGregor, an den Rande des Wahnsinns. Zwischen den beiden entbrennt ein regelrechter Kleinkrieg, der neu befeuert wird, als beide um die Gunst der tierlieben Nachbarin Bea buhlen. Bis nach London führt die Auseinandersetzung, bei der keiner Beteiligten Gefangene machen möchte…

Der erste Trailer zu „Peter Hase“ ist mit einem Charthit unterlegt und fokussiert sich auf vermeintlich coolen und hippen Humor. Von Gefühl oder Herz keine Spur. Doch als die ersten kritiker den Film sehen durften, gab es eine vorsichtige Entwarnung. Ja, der Film hat auch diese Elemente, aber er ist allem Anschein auch hervorragend produziert, lustig und hat auch seine gefühlvollen Momente. Dass im englischen Original einige Weltstars den putzig animierten Hasen ihre Stimmen leihen, kann auch nicht schaden. James Cordon, Daisy Ridley und Margot Robbie sind beispielsweise an Bord. In den Menschenrollen sind Domhnall Gleeson und Rose Byrne zu sehen – beides sehr talentierte Schauspieler. Auch in der deutschen Fassung sind die Stimmen mit unter anderem Christoph Maria Herbst, Heike Makatsch und Jessica Schwarz durchaus prominent besetzt. Für Familien ist „Peter Hase“ also sicherlich ein Spaß und besonders zu Ostern der passende Film.

„Peter Hase“ dauert 95 Minuten, hat keine Altersbeschränkung und startet am Donnerstag in den deutschen Kinos.

Der dritte Neustart ist ein verspäteter Oscarfilm. Denn „I, Tonya“ startete bereits im Dezember in den USA in den Kinos, um für die Preisverleihungen in Betracht zu kommen. Und tatsächlich: Allison Janney gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihr Portrait von Lavona Harding, Tonyas Mutter. Aber viel beeindruckender als all diese Preise ist der Fakt, dass „I, Tonya“ tatsächlich auf einer wahren Geschichte beruht. Meine Freunde, mit denen ich den Film gesehen habe, konnten das gar nicht glauben. Und dazu ist „I, Tonya“ auch noch ein schwarzhumoriger, dramatischer und fantastisch gefilmter und gespielter Filmgenuss.

„I, Tonya“ folgt der wahren Geschichte von Tonya Harding, einer sehr unkonventionellen Eiskunstläuferin. Sie ist unbestreitbar Talentiert, doch bekommt in den 70er Jahren keine Anerkennung für ihr ungestümes Auftreten und ihre direkte Art. Dazu kommen noch allerlei Konflikte mit ihrer Mutter, die ihr Kind immer und immer wieder zu Höchstleistungen antreiben will und ihrem Ehemann. Als dann ein Angriff auf Tonyas Rivalin Nancy Kerrigan ausgeübt wird, gerät Tonya selbst ins Fadenkreuz der Ermittlungen…

Der Kerrigan-Skandal war tatsächlich ein riesiges Medienspektakel. Ihr wurde die Kniescheibe kurz vor einem Wettbewerb zertrümmert und die genauen Umstände sind immer noch ungeklärt. Dass Tonya und ihr Ehemann Jeff irgendwie in die Affäre verwickelt waren, scheint aber sicher. Auch „I, Tonya“ liefert nun keine endgültige Antwort auf die Frage, was genau passiert ist. Viel mehr fokussiert sich der Film auf Tonyas Leben, von der Kindheit an. Margot Robbie hat monatelang Eiskunstlauf studiert und gemeinsam mit ihrem Stuntteam gelingen dem Film einige herausragende Eislauf-Sequenzen, bei denen auch Nicht-Fans wie ich  mitfiebern können. Zudem ist die Schauspielerei durch die Bank spektakulär. Neben Robbie und Janney, die als Mutter und Tochter super funktionieren, sticht auch Sebastian Stan als Jeff aus heraus. Zudem ist der Film über Strecken im Interview-Stil mit allen Beteiligten gedreht, die sich immer wieder gegenseitig widersprechen. Wer die Wahrheit sagt wird nie geklärt. Diese ambitionierte Erzählweise macht den Film zur komplexen Unterhaltung, aber dennoch kann man ihm immer gut folgen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und der Soundtrack ist perfekt und fängt die Stimmung der 70er und 80er-Jahre ein.
Natürlich wird „I, Tonya“ nicht das größte Publikum erreichen. Aber es ist auch ein Film, der sich nicht zu verstecken braucht und der besonders durch seinen erfrischenden Umgang mit der wahren Geschichte herausragt.

„I, Tonya“ ist ab 12 Jahren freigegeben, dauert 119 Minuten und startet am 22.03. in den Kinos.