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Jede Woche geben wir euch einen Einblick in die Neustarts der Woche in Kino und TV.
Viel Spaß beim Anschauen!

Neu im Kino!

Wenn man den Namen Lara Croft hört, denken die meisten wahrscheinlich an Angelina Jolie, Short-Shorts, eine große Oberweite und zwei Knarren. Und tatsächlich hat die langlebige Videospielreihe immer wieder den Sexappeal nach vorne gerückt und Angelina Jolie ist in der Rolle zum Superstar aufgestiegen. Aber wenn wir von „Tomb Raider“ der jetzt im Kino startenden Neuauflage sprechen, ist es mal wieder Zeit für mich, mich von seriösem Journalismus zu verabschieden und den Fanboy raushängen zu lassen. Denn der Film basiert nicht nur auf den grandiosen Spielen „Tomb Raider“ (2013) und „Rise Of The Tomb Raider“ (2015). Nein, der Regisseur ist auch noch Roar Uthaug, der mit „The Wave“ ein beeindruckendes Debut abgeliefert hat. Und natürlich ist da noch Alicia Vikander, meine absolute Lieblingsschauspielerin, die in die Rolle der Lara schlüpft. Let the hype commence!

Nach dem mysteriösen Verschwinden ihres Vaters macht sich die eigenwillige, unabhängige Lara Croft auf die Suche nach ihm. In ihrem alten Anwesen findet sie nicht nur Hinweise auf eine geheime Existenz ihres Vaters – sie lernt auch die Organisation Trinity kennen, die einen finsteren Plan verfolgt. Alle Spuren weisen auf eine Insel im berüchtigten Teufelsmeer. Nachdem sie Schiffbruch erlitten hat, findet sich Lara unversehens in einem gewaltigen Abenteuer auf ebenjener Insel wieder, bei dem nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht…

Videospielverfilmungen haben es immer schwer. Die meisten floppen. Fans haben eine gewaltige Erwartungshaltung, wollen ihre Lieblings-Charaktere und ihre Lieblings-Storylines sehen. Dann muss der Cast passen. Und und und. „Tomb Raider“ muss also eine Menge Hindernisse überwinden, um ein guter und erfolgreicher Film zu werden. Doch ich bleibe, wegen der in der Einleitung genannten Aspekte, hoffnungsvoll, dass und diesmal eine gute Videospielverfilmung ins Haus steht. Die Geschichte der neuen Videospiele eignet sich perfekt für eine Verfilmung. Zudem wird Lara für eine ganz neue Generation von Fans definiert. Sie ist nicht die erfahrene, sexy Heldin, sondern eine mutige, aber auch verunsicherte junge Frau, die auf ihrer Reise über ihre Grenzen gehen muss. Das fängt bei vielen Wunden und emotionalen Schlägen an, führt sie aber auch zu ihrer ersten Tötung und lässt sie langsam zu der Legende werden, die sie ist. Und mit der talentierten Oscarpreisträgerin Vikander ist eine Schauspielerin an Bord, die Laras volle Bandbreite der Emotionen abspielen kann und sich zudem für die Rolle ein 8-Pack antrainiert hat. Im Jahr 2018, in dem Frauen wie Wonder Woman bereits gezeigt haben, dass die ordentlich Arschtritte verpassen können, ist die neue Lara Croft genau richtig.
Ich bin mehr als gespannt und habe meine Preview-Karten schon seit längerem.

„Tomb Raider“ dauert 118 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und startet am 15.03. in 3D in den deutschen Kinos.

 

Die weiteren Neustarts der Woche sind sehr viel kleiner als Tomb Raider. Aber auch „Winchester“ braucht sich nicht zu verstecken. Denn Helen Mirren ist auf jedem Poster zu sehen und hat ihr Talent schon vielerorts bewiesen. Dazu kommt eine faszinierende wahre Geschichte und Horror kommt beim Publikum immer gut an. Für die, denen die Aufregung bei „Tomb Raider“ nicht genug ist, ist „Winchester“ also die richtige Wahl.

Seit mehreren Jahrzehnten wird am Winchester-Anwesen außerhalb von San Francisco gebaut. Das siebenstöckige Haus ist ein Labyrinth voller Gänge, die nirgendwo hinführen und Türen, hinter denen sich auch eine Wand verbergen kann. Sarah Winchester, die Witwe des berühmten Waffenherstellers William Winchester, will sich auf diese Weise die Geister vom Leib halten, von denen sie sich verfolgt fühlt. Dr. Eric Price soll nun den Geisteszustand der alten Frau beurteilen. Doch kaum angekommen merkt er, dass es mit dem Winchester-Anwesenheit mehr auf sich hat, als der dachte. Und schon muss er versuchen, mit seiner Frau und Sarah die Nacht zu überleben…

Knarrende Treppen, sich von selbst öffnende Türen, eine alte Frau mit Schleier – wahrlich, „Winchester“ erfindet das Horror-Rad nicht gerade neu. Aber die vergangenen Jahre mit Hits wie der Insidious- oder der Conjouring-Reihe haben ja gezeigt, wie effektiv ein simpler Haunted-House-Horror sein kann. Zudem haben nicht alle Filme den Vorteil, Helen Mirren ab Bord zu haben. Sie ist nicht nur eine super sympathische Frau, sondern eine unglaublich wandlungsfähige Schauspielerin. Zwar stehen der von Jason Clarke gespielte Dr. Price und seine von Sarah Snook gespielte Frau auch im Fokus des Films, aber alle Augen sind wohl auf Mirren gerichtet. Zudem hat Mirren bei der Promotion für den Film ein episches Rap-Battle gegen James Cordon bestanden, das ihr euch hier angucken könnt.

„Winchester – Das Haus der Verdammten“ dauert 100 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und startet am Donnerstag im Kino.

Der dritte Neustart der Woche ist ein sehr kleiner Independent-Film, der auf dem Plakat mit dem begeisterten Zitat eines Kritikers beworben wird. „Der beste Film, den Sie dieses Jahr sehen werden!“
Ob er so gut ist, muss wohl jeder für sich entscheiden, aber wer den Trailer zu „The Florida Project“ gesehen hat, der irgendwo zwischen herzerwärmend und herzzerreißend hin- und herpendelt, der weiß, dass da ein ganz besonderer Film wartet.

Die sechsjährige Moonee lebt mit ihrer erst 22-jährigen Mutter Halley im Motel „The Magic Castle Motel“ unweit von Disneyworld in Orlando. Mit ihren Freunden durchstreift sie Tag für Tag die Gegend und spielt dem Motelbesitzer Bobby Streiche. Gleichzeitig hat Halley jeden Tag Probleme, das Geld für eine weitere Nacht im Motel aufzutreiben und muss dafür immer wieder unschöne Dinge tun. Moonee beschließt, ihrer Mutter zu helfen…

„The Florida Project“ wird aus der Sicht von Moonee erzählt, die von Brooklynn Prince verkörpert wird. Die kleine Schauspielerin ist wirklich zuckersüß (guckt euch mal ihre Interviews auf YouTube an!) und hat bereits Preise für ihre Rolle gewonnen. Sie schafft es, aus ihrer tristen Situation das meiste herauszuholen und begeistert die anderen Kinder immer wieder mit ihren Entdeckungen und ihrem Mut. Aber auch emotional ist der Film bereits im Trailer ein Volltreffer und lässt sicherlich kaum ein Auge trocken. Denn auch sehr schwierige Themen wie das Leben am Rande der Gesellschaft, Teenie-Eltern und Armut werden behandelt.
Dazu kommt noch, dass der Film mit unglaublichen Aufnahmen punktet, die man von einem Motel gar nicht erwarten würde. Alles ist bunt, voller Farben und sehr hell. All das ergibt eine sehr interessante Mischung und ich bin wirklich gespannt, wohin der Film führt.

„The Florida Project“ ist ab 12 Jahren freigegeben, dauert 101 Minuten und startet am 15.03. in den deutschen Kinos.